Praxis für Lebensenergie
 


Übungen für den Alltag

 

Wie oft sind wir ausschließlich mit unserer Aufmerksamkeit nach außen gerichtet? Wie selten spüren wir eine Verbindung zu uns selbst?

Ich möchte in diesem Raum Übungen für den Alltag vorstellen, die uns eine Balance zwischen der Außenwelt und uns selbst ermöglicht.

Regelmäßig wird eine neue Übung vorgestellt.

Gönn`dir diese Zeit!

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 Zuhören


Letztens im Gespräch...

"mir geht`s gar nicht gut, mich belastet, dass......"

"ich fühle mich echt mies, denn......."

"ich verstehe nicht, warum.......", usw.


Die Anworten des Gegenübers waren:

"du hast doch gar keinen Grund, dich zu beschweren- schau doch mal andere an!"

"bei mir ist das doch genauso!"

"wenn einer immer nur jammert, dann nervt mich das- muss man denn immer alles nur negativ sehen?"

"das stimmt doch so überhaupt nicht!"

"du musst halt XYZ machen", usw.


Hat jeder von uns schon erlebt, stimmts? Und oft fühlten wir uns danach schlechter als vorher.


Was haben wir uns gewünscht?

  • Zuhören
  • Zugewandtheit
  • Verständnis für unseren Zustand
  • Anerkennung für das, was wir fühlen


Was haben wir bekommen?

  • Beschwichtigung
  • Relativierung
  • Vergleiche
  • Vorwurf
  • Abwertung
  • Lösung mit "muss"-Charakter


Zurück bleibt oft das Gefühl und der Satz: "du hast nicht zugehört!". Ein Vorwurf, den wir uns ungerne machen lassen, wenn wir in der Zuhörer-Rolle waren. Und doch stellt sich die Frage: Haben wir wirklich zugehört?

Wie funktioniert Zuhören? Und was ist der Unterschied zu einem Gespräch?

Ein Gespräch ist wie ein Tischtennis-Match, bei dem sich beide Spieler einen Ball ständig hin und her spielen, beide sind "im Rennen".

Zuhören bedeutet, der Gegenüber möchte mir nur zeigen, wie er spielt und wie es ihm damit geht. Die Position (Haltung) des Zuhörers ist damit neben der Tischtennisplatte sitzend - und er beobachtet nur aufmerksam, ist gar nicht mit im Spiel. Und er braucht nicht verbessern, kritisieren, beschwichtigen oder Lösungen anbieten. Das - ist alles - nur aufmerksam dabei sein und beobachten (zuhören).

Wer auf diese Art zuhört, wird erleben, dass.....

  • die Gespräche kürzer sind (weil keine Diskussionen entstehen)
  • beim Zuhörer eine entspannte Aufmerksamkeit entsteht, da er sich selbst ganz herausnimmt
  • der Redner ruhiger wird, denn mit dem Aussprechen, lassen wir Anspannung und Stress los
  • das Gefühl von "ich werde gesehen und darf sein, wie ich BIN", zu einer tiefen Ruhe führt
  • wir das Gefühl von tiefem Verständnis, Miteinander und Willkommen-sein erleben
  • sollte die Frage nach Lösungen oder eigener Meinung beim Redner aufkommen - danach deutlich gefragt werden wird

 

Von-sich-Erzählen beinhaltet häufig den Wunsch, einfach einmal Dasein zu dürfen, so wie man IST. Seinen Frust loswerden können und darin gesehen zu werden. Ohne Lösung, ohne logische Erklärung, ohne Vergleiche und ohne Vorwürfe.

 

Wäre das ein Weg für dich?

Bei der nächsten Frage "kannst du mir zuhören",  mit dieser Art dem Gegenüber zu begegnen?

Oder dem Gegenüber zu sagen, dass du dir nur DAS wünschst- ein reines Zuhören? Vielleicht diesen Text weiterreichen, um besser verstanden zu werden.

Miteinander-reden ist wie ein Bild, welches aus vielen einzelnen Mosaiksteinen zusammen gesetzt ist. Diese Art zuzuhören, ist ein Mosaikstein, der dazu gehört. Weiterführendes (tieferes) Verständnis von Ursache und Wirkung zum Thema "Zuhören" findest du in Kommunikationskursen.

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Haben Sie Anregungen, Fragen oder möchten Sie mir Ihre Erfahrungen mitteilen? Schreiben Sie mir!